Unsere Vision ist es, die Lebensqualität unserer Mitmenschen in Äthiopien durch neue Arbeitsplätze zu verbessern und eine aussichtsreiche Zukunft zu gestalten

Der Schlüssel zu einem menschenwürdigen Leben ist Arbeit und die Fähigkeit, seinen Lebensunterhalt selbst zu bestreiten.

Wir sind der Überzeugung, dass jeder Mensch gleich ist und gleiche Chancen und Möglichkeiten haben sollte.

Leider macht es immer noch einen großen Unterschied, wo wir geboren worden sind und besonders Menschen aus Afrika haben es schwer ihre Träume zu erfüllen und ihre Ziele zu erreichen.

Wie können wir das ändern?

Wir unterstützen die Umsetzung von Geschäftsideen und die Entwicklung von kleinen eigenständigen Unternehmen. Das Wachstum ermöglicht den Unternehmen mehr Arbeitsplätze zu schaffen und faire Löhne zu zahlen.

Unser Ziel ist es, eine gerechte, ausgewogene Wirtschaft zu formen, die ein lebenswertes Leben in Äthiopien gewährleistet – einem Land voller kreativer, talentierter Menschen.

Dieses Projekt wird unterstützt von

Langlebige Schuhe aus Afrika mit einem urbanen Look.

ENZI

Nachhaltige Ledertaschen aus Äthiopien.

KABANA

Handgewebte Tücher aus dem Süden Äthiopiens.

SHIMENA

BLOG

In unserem Blog halten wir euch gerne mit interessanten Beiträgen über unsere Community auf dem Laufenden.

Dedicated artisan weaving textiles.

Mit Entschlossenheit und Durchhaltevermögen durch die Pandemie

25.06.2021
Ein Blogartikel von Kabana 

Auf dem Höhepunkt der Covid-19-Pandemie im Jahr 2020 hatte Kabana, wie viele andere Unternehmen auch, durch massive Auftragsstornierungen, einen enormen Rückgang an Exporteinnahmen. 

Die Angst, vor Kündigungen und Gehaltskürzungen war dementsprechend im ganzen Unternehmen präsent und bedauerlicherweise kam auch Kabana nicht umhin harte Entscheidungen zu treffen. 

Um unsere Mitmenschen vor dem Virus zu schützen, stellte Kabana ihre Produktion auf Schutzmasken um. Unterstützt wurde das Unternehmen hierbei von der Mastercard Foundation, die sie mit den nötigen Textilmaschinen ausstattete.In dieser Zeit haben wir viel Erfahrung gesammelt, die wichtigsten Lektionen waren wohl Folgende:

    • Die Auswirkungen des Covid-19-Lockdowns haben uns gezeigt, dass es als Unternehmen entscheidend ist, dynamisch zu sein und sich schnell an Situationen anzupassen. Auch wenn unser Fokus natürlich weiterhin auf der Produktion von Ledertaschen liegt, konnten wir, dank unserem Anpassungsvermögen, schnell auf die Herstellung von PSA-Produkten umsteigen und so den Betrieb in Gang halten. Unser Durchhaltevermögen wurde zudem durch neue Finanzierungsmöglichkeiten belohnt. So konnten wir ein vertrautes, fruchtbares Verhältnis zu der Mastercard Foundation, der GIZ und der niederländischen CBI aufbauen.

 

    • In einer Krise kann die Zusammenarbeit mit anderen kleinen und mittelgroßen Unternehmen entscheidend sein. KABANA bildete zum Beispiel mit elf anderen SME (Small and medium-sized businesses) ein Konsortium und beantragte bei der Mastercard Foundation Covid-19 Recovery Support, um Mitarbeiter zu halten und ihre Fabriken für die Herstellung von PSA-Materialien umzustellen. Als Konsortium waren wir in der Lage, die gemeinsame Stärke zu nutzen, Beziehungen beim Einkauf zu verbessern  und den Menschen in Äthiopien die Versorgung mit Schutzausrüstung zu gewährleisten.

 

    • Bei Kabana haben wir außerdem gelernt, wie wichtig die Ausweitung von Produktlinien und Märkten ist. Diese entschleunigte Phase hat uns erlaubt, unsere strategischen Ziele, Lücken und Chancen kritisch zu analysieren. Es erfordert Innovation und die Entwicklung von Strategien zur Erschließung neuer Märkte. Dank der Unterstützung durch die GIZ überdenken wir unser Branding, unser Produktdesign und unsere Märkte und setzen nun einen besonderen Fokus auf Europa. Zusätzlich haben wir das Bana-Design eingeführt, das Kleidungsstücke aus upgecycelten Produkten und Textilien herstellt. Dazu gehören T-Shirts, Schuhe, Uniformen, Gürtel und verschiedene Arten von Kleidung.

Ein kleines Erfolgserlebnis

Trotz der Herausforderungen, die wir in dieser Zeit erlebt haben, haben wir unsere Vision, alleinerziehende Mütter am Arbeitsplatz zu stärken, weiter verfolgt und einen Teil unserer Einnahmen in die lang angestrebte Vision einer Kindertagesstätte investiert.  Solche Projekte ermöglichen es Müttern wie Meseret Sintayo, einer alleinerziehenden Mutter, weiterzuarbeiten und für ihre Familien zu sorgen.

„Auf dem Höhepunkt der Pandemie hatte ich Angst, meinen Job zu verlieren, denn ich musste mich entscheiden, ob ich weiter arbeiten oder mich zu Hause um mein Kind kümmern sollte – das war sehr schwer für mich, denn ich brauchte dieses Einkommen“, erzählt Meseret.  

„Kabana hat mir geholfen, meinen Job in dieser schwierigen Zeit zu behalten und meinem Kind die Möglichkeit zu geben, gesunde Mahlzeiten und Spielzeit in der Kabana-Werkskindertagesstätte zu erhalten. Dafür bin ich sehr dankbar“, sagt Meseret . 

Kabana Day-Care

Meseret mit ihrem Sohn.

Schuhkartons aus Äthiopien

11.06.2021
Ein Blogartikel von ENZI Gründer Azariah Mengistu

Wir haben immer nach Möglichkeiten gesucht, die Wirkung unserer Produkte auf sinnvolle Art und Weise zu vertiefen. Wie wir unsere Vision von Empowerment, Beschäftigung und Investitionen in das lokale Potenzial erweitern können. Es hat Jahre der Forschung und Entwicklung gebraucht, aber wir sind so glücklich mit dem, wo wir jetzt sind.

Als wir anfingen, Schuhe in Äthiopien zu produzieren, erfuhren wir, dass die meisten Fabriken ihre Schuhkartons importierten. Wir entdeckten auch, dass dies daran lag, dass die lokalen Lieferanten inkonsistent und von geringer Qualität waren. An der Verbesserung der Qualität der Schuhkartonproduktion in Äthiopien zu arbeiten, war zu weit von unseren Kernkompetenzen entfernt, um eine praktikable Lösung zu sein. Andererseits waren die Mindestbestellmengen für eine Marke unserer Größe viel zu groß. Ganz zu schweigen von unserem Wunsch, einen möglichst großen Teil der Wertschöpfungskette in Äthiopien zu halten. Jahrelang suchten wir nach einer Lösung und waren sehr überrascht, wohin uns das führte.

Wir trafen einen jungen Mann namens Tesfaye, der jahrelang ein umweltfreundliches Papiergeschäft aufgebaut hatte. Er hatte eine Reihe von Papieren entwickelt, die aus recyceltem Papier und biologisch abbaubaren Materialien bestehen. Eines dieser Papiere wurde aus dem Bioprodukt einer äthiopischen Delikatesse namens Kocho hergestellt. Wir traten an Tesfaye mit der Möglichkeit heran, Schuhkartons aus diesem Material herzustellen, und er ergriff die Gelegenheit. Die ersten paar Prototypen waren in Ordnung, und wir gaben unsere erste kleine Bestellung auf. Als die Kartons ankamen, stellten wir schnell fest, dass die Qualität deutlich gesunken war und riefen Tesfaye zu einem Treffen an. Er gab zu, dass es eine Herausforderung sei, von Prototypen auf die Produktion zu skalieren und bat um eine weitere Chance. Tesfaye nahm einen Haufen der ihm zur Verfügung stehenden Rohmaterialien mit nach Hause und blieb mit seiner Frau bis spät in die Nacht auf, um eine Lösung zu finden. In der nächsten Woche kam er mit einem breiten Lächeln und einer funktionierenden Lösung zurück in unser Büro. Seitdem arbeiten wir eng zusammen.

Wir sind die Ersten, die zugeben, dass die Boxen noch nicht perfekt sind, aber mit jedem Auftrag werden schrittweise Verbesserungen vorgenommen. In diesem Fall sind wir froh, auf die Perfektion hinzuarbeiten, um unsere Umweltbelastung zu minimieren und auf dem Weg dorthin einen lokalen Unternehmer zu unterstützen.

Azariah Mengistu

Shoebox ENZI

Wie Firew Konjo mit der richtigen Beratung Sicherheiten für Shimenas Kunsthandwerker schafft

28.05.2021
Ein Blogartikel von Shimena Gründer Firew Konjo. Übersetzt von Luca Wecera.

Durch die freundschaftliche Bindung, die sich zwischen den Kunsthandwerkern und mir entwickelt hat, ist mir aufgefallen, dass diese nie gelernt haben nachhaltig und sparsam mit ihren Finanzen umzugehen.

Das hatte in der Vergangenheit oft zu Problemen geführt, wenn zum Beispiel für einen großen Auftrag die nötigen Materialien nicht beschaffen werden konnte, weil man für nicht kreditwürdig angesehen wurde oder das Geld am Ende des Monats knapp wurde, obwohl insgesamt genug vorhanden war.

Diese Problematik haben wir gemeinsam überwunden, nachdem ich anfing ihnen bei der Kalkulation ihrer Finanzen zu helfen und mit ihnen zusammen Sparpläne ausarbeitete, die ihnen und ihren Familien Sicherheiten und eine Grundlage der Altersvorsorge gewährleistet.

Shimena unterstützt diese Sparpläne, indem wir 20% dazu zahlen, das ermöglicht den Familien kleine Kunstläden zu eröffnen und ihre oftmals in die Jahre gekommenen Häuser zu renovieren, die zum Großteil auch als Arbeitsplatz genutzt werden.

Mir liegt das Wohl der Menschen in Abra Minch sehr am Herzen, daher helfe ich auch regelmäßig Artisanen, die für andere Unternehmen arbeiten. Außerdem lerne ich in der gemeinsamen Zeit andere Dinge von ihnen. Gemeinsam helfen wir einander und schaffen Perspektiven für die kommenden Generationen unserer Heimat.

 

– Firew Konjo

Shimena Artisan work together

Semhal bricht Traditionen, um Frauen zu stärken

13.05.2021

Ein gekürzter Blogartikel über Semhal Guesh, Gründerin und Geschäftsführerin von Kabana Leather. Der vollständige Artikel von einer Gastbloggerin wurde auf ONE veröffentlicht und ist hier zu finden.

Semhal Guesh wuchs in Äthiopien auf und hörte einen Satz, den viele junge Mädchen in ihrem Alter nicht hörten: „Du kannst tun, was immer du willst.“ Heute ist Semhal 27 Jahre alt und es ist es kein Zufall, dass sie Designerin, Architektin und Unternehmerin geworden ist. Semhal leitet die Firma Kabana, ein Lederunternehmen in Addis Abeba, der Hauptstadt Äthiopiens. Durch ihr Unternehmen hilft Semhal anderen Frauen, ihr Potenzial voll auszuschöpfen.

Semhal weiß, dass sie ein hartes Leben erwartet hätte, wenn sie im ländlichen Äthiopien oder mit weniger ermutigenden Eltern aufgewachsen wäre. Sie hätte ihre Schule im Alter von 12 Jahren abbrechen müssen und wäre früh verheiratet worden. Stattdessen konnte Semhal davon träumen, Astronautin oder Astrophysikerin zu werden. Schließlich entschied sie sich jedoch für die Architektur, die Semhal davon überzeugte, etwas Schönes und Funktionelles zu schaffen.

Während ihres Architekturstudiums sammelte sie auf einem lokalen Markt einige Ledermuster und begann, damit zu designen. Plötzlich entstand in ihrem Wohnheim eine kleine Werkstatt mit einer Handvoll Frauen, die Produkte für den Verkauf auf dem Basar nähten.

„Tagsüber gingen wir zu Vorlesungen und nachts stellten wir Lederwaren her“, sagte Semhal. „Es ging mehr um die Freude, unsere Arbeit zu gestalten und in die Tat umzusetzen. Es ging nicht darum, Geld zu verdienen. Es war etwas, das wir zusammen machen konnten.“

Nach dem Abschluss begann Semhal Vollzeit in der Architektur zu arbeiten, während sie es immer noch schaffte, ihr Ledergeschäft aufzubauen. Ihr*e Vorgesetzte*r im Architekturbüro sah ihre Leidenschaft und ermutigte sie, sich mehr auf ihre Lederfirma zu konzentrieren. Schließlich traf sie die Entscheidung, sich ganz auf Kabana zu fokussieren.

„Es war eine hektische Zeit, aber es hat mich unglaublich motiviert zu sehen, wie der Job und das Einkommen das Leben meiner ersten Mitarbeiterin veränderte“, sagte Semhal. Semhal sieht ihre Mission darin, anderen Frauen die gleiche Unterstützung zu geben, die sie selbst bekommen hat.

Sie motiviert die von ihr eingestellten Frauen dazu, mehr von sich selbst zu erwarten. Sie schreibt ihre Mitarbeiterinnen in verschiedene Trainingsprogramme ein, um ihnen zu helfen, ihren Wert und ihr Potenzial zu erkennen. Sie investiert in ihre neuen Geschäftsideen durch Kredite, bezahlt ihre Mitarbeiterinnen auch außerhalb der Arbeitszeiten und bietet Mentoring und Coaching an.

Da sich in Äthiopien immer mehr Türen für Frauen öffnen, legt Semhal die Messlatte für die Gleichstellung, Sicherheit, Löhne und Sozialleistungen von Frauen am Arbeitsplatz immer höher. Durch die Partnerschaft ihres Unternehmens mit ABLE musste Kabana eine Sozialverträglichkeitsprüfung („ACCOUNTABLE Social Impact Audit“) durchlaufen. Dadurch hat sie Möglichkeiten gefunden, ihre Löhne, Mutterschaftsurlaubsrichtlinien, medizinische Versorgung und Beschäftigungspraktiken zu verbessern.

„Ich möchte zeigen, dass man als Unternehmer*in auch jung und weiblich sein kann“, sagte Semhal. „Es braucht viel Überzeugungsarbeit, aber ich bin nicht jemand, der vor einer Herausforderung zurückschreckt. Der Kampf gegen frauenfeindliche Tradition beginnt damit, Geschichten über andere Frauen und ihren Erfolg zu hören.“

Wie Shimena eine nachhaltige Perspektive schafft

01.05.2021
Ein Blogartikel von Shimena Gründer Firew Konjo. Übersetzt von Luca Wecera.

 

Schon seit meiner Kindheit ist mir aufgefallen, dass immer mehr talentierte Weber in Arba Minch aus finanzieller Not ihre Handwerkskunst aufgegeben haben, um zum Beispiel durch die Herstellung von Holzkohle oder dem Verkauf von Brennholz schnelles Einkommen zu erzielen.

Nicht nur die Natur hatte durch die Rodungen zu leiden, auch die allgemeine Familiensituation verschlechterte sich zunehmend dadurch, dass vor allem junge gesunde Einheimische die Region verließen, um in der Hauptstadt Addis Abeba eine Perspektive zu finden.

Doch durch die fair bezahlte Arbeit und die vielfältigen Möglichkeiten, die Shimena bietet, haben wir in den vergangenen Jahren eine Renaissance der vom Aussterben bedrohten traditionellen Webkunst bewirkt. Aber nicht nur das. Mit der Schaffung eines Netzwerks und den regelmäßigen Austausch der Artisanen konnten wir umweltfreundliche Arbeitsprozesse und effizientere Methoden etablieren und entgegen traditionellen Gesetzen Frauen in die Webkunst einbeziehen und empowern.

Auch wenn unser Auftrag das wertvolle Wissen der Webkunst an die nächste Generation weiterzugeben erfüllt ist, möchte ich den Moment der Stärke nutzen und eine nachhaltige rentable Lebensgrundlage für junge Kunsthandwerker schaffen.


– Firew Konjo

Die Geschichte von ENZI

14.04.2021
Ein Blogartikel von ENZI Gründer Azariah Mengistu

Als wir anfingen, hätten wir nie gedacht, dass es über 10 Jahre dauern würde, ENZI auf die Beine zu stellen. Wenn wir ehrlich sind, hätten wir mehrere Male fast aufgegeben. Die Herausforderungen schienen meinem Freund, Mitbegründer und Creative Director Jawad Braye und mir einfach zu groß zu sein, um sie zu bewältigen. 

Unsere bescheidenen, engagierten und hart arbeitenden Mitarbeiter brachten uns immer wieder Hoffnung und haben letztendlich unsere gemeinsame Vision möglich gemacht. Hier ist eine kurze Einführung zu den wahren Helden von ENZI und wie es dazu kam.

Als wir anfingen, hätten wir nie gedacht, dass es über 10 Jahre dauern würde, ENZI auf die Beine zu stellen. Wenn wir ehrlich sind, hätten wir mehrere Male fast aufgegeben. Die Herausforderungen schienen meinem Freund, Mitbegründer und Creative Director Jawad Braye und mir einfach zu groß zu sein, um sie zu bewältigen. 

 

Unsere bescheidenen, engagierten und hart arbeitenden Mitarbeiter brachten uns immer wieder Hoffnung und haben letztendlich unsere gemeinsame Vision möglich gemacht. Hier ist eine kurze Einführung zu den wahren Helden von ENZI und wie es dazu kam.

 

Jawad und ich haben uns bestimmten Idealen und Ansprüchen verschrieben in dessen Rahmen wir unsere Ideen mit ENZI umsetzen wollen. Unsere Schuhe müssen gut aussehen, sich gut anfühlen und in einer transparenten Produktion in Afrika hergestellt werden. Im Nachhinein betrachtet waren wir ziemlich naiv, aber wir waren davon überzeugt, dass wir etwas Neues schaffen konnten. Nach fast 6 Jahren gescheiterter Produktionsabläufe mit verschiedenen Schuhfabriken entschieden wir uns, unsere Schuhe selbst herzustellen. Wir haben uns nie als Produktionsexperten gesehen, und als kleines Start-up hatten wir die Hoffnung, dieses Element auszulagern, damit wir uns auf unsere Fachgebiete konzentrieren konnten. 

 

Nichtsdestotrotz entschieden wir uns, es zu versuchen und stellten, mit dem Ziel, 20 Paar Schuhe in einem Monat herzustellen zwei Mitarbeiter mit Kurzzeitverträgen ein. 

Wir verbrachten die nächsten 4 Wochen damit, all das Wissen über Design und Schuhproduktion das Jawad auf dem College of Fashion (London) gesammelt hat, anzuwenden. Wir hatten kaum Ausrüstung und noch weniger Geld, aber das machten wir mit Kreativität und einer großen Portion Ausdauer wett. Am Ende schafften wir zu unserer eigenen Überraschung unsere Deadline mit 20 Paar Schuhen. Keiner dieser 20 Schuhe würde jetzt die Qualitätskontrolle in unserer Werkstatt bestehen, aber sie gaben uns den Glauben und die Hoffnung, die wir damals brauchten.

 

Ein paar Monate später gelang es uns, einen Deal für eine kleine Werkstatt in Addis und das Nötigste an Ausrüstung zu bekommen. Wir stellten ein vierköpfiges Team ein und Jawad kam für ein intensives 6-wöchiges Training zurück. Woche für Woche begannen sich die Produktionsprozesse und die Ergebnisse merklich zu verbessern. Jawad war nicht zimperlich mit den Angestellten, aber wir konnten trotzdem alle zusammen beim Mittagessen sitzen und lachen. Nach ein paar Wochen, als die fertigen Schuhe in unseren Händen hielten, schaute unser Team sie ungläubig an. "Ich kann nicht glauben, dass wir gerade diesen Schuh gemacht haben", sagte Tilahun damals, der mittlerweile unser Dienstaufseher in der Werkstatt geworden ist. Pünktlich zu Jawads letztem Tag war der Produktionsablauf perfekt. "Sie haben es geschafft!", stellte Jawad fest. Als er begann, sich von den Mitarbeitern zu verabschieden, begann zu unserem Erstaunen jeder von ihnen zu weinen, als sie ihn umarmten. Es war ein spontaner Ausdruck der Dankbarkeit für alles, was er in sie investiert hatte. Ein schöner Moment, aber ab und zu ziehe ich sie immer noch damit auf.

 

Wer hätte gedacht, dass wir in den nächsten Jahren einen Grammy-Gewinner, einen New-York-Times-Bestsellerautor, CNN oder den GQ-Modechef in unserer bescheidenen Garage als Besuch empfangen würden! Wir sind zwar dankbar für all die Aufmerksamkeit und stolz darauf, wo unsere Schuhe hingekommen sind, aber das ist nicht das, worauf wir am meisten stolz sind. Unsere größte Leistung ist der Zusammenhalt als Team, den wir in unserer Werkstatt geschaffen haben. Jeden Tag beweisen unsere Mitarbeiter die außergewöhnliche Kompetenz, Leistungsbereitschaft und Perfektion afrikanischer Arbeit. Unter sehr wenig Aufsicht sind sie in der Lage, die besten handgefertigten Schuhe in Afrika zu produzieren (ich bin vielleicht voreingenommen). Jawad und ich denken nun nicht mehr ans Aufhören, weil man seine Familie nicht im Stich lässt.

Geschrieben von ENZI Gründer Azariah Mengistu. 



Die Geschichte der Marke ENZI